Die Kosten im Kunststoff Tiefziehen werden vor allem durch Konstruktion, Materialwahl und Werkzeugkonzeption bestimmt. Viele Kostentreiber sind dabei nicht auf den ersten Blick erkennbar und werden oft erst spät im Entwicklungsprozess bemerkt. Genau hier entstehen häufig unnötige Kosten, die sich mit den richtigen Maßnahmen vermeiden lassen.

Simon Andreß
16. April 2026

Die größten Kostentreiber im Kunststoff Thermoformen sind für viele Unternehmen nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Besonders ohne Erfahrung in Konstruktion und Werkzeugdesign werden sie häufig erst sichtbar, wenn Anpassungen bereits mit hohem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden sind.
Neben dem Materialeinsatz spielen vor allem die Werkzeugkomplexität und die damit verbundenen Prozessschritte eine wichtige Rolle. Oft wird unterschätzt, dass bereits kleine Anpassungen im Design große Auswirkungen haben können. Genau hier liegt das größte Potenzial, Kosten im Thermoformen zu reduzieren. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Bauteile von Beginn an kostenoptimiert zu designen.
Diese Tipps können schon zum Start Ihres Tiefziehprojekts bedacht werden, um den Gesamtpreis Ihrer Kunststoff Tiefziehteile möglichst ökonomisch zu halten.
Bei Tiefziehwerkzeugen haben Sie folgende Möglichkeiten:
Auch die Materialwahl bestimmt, wie sich die Kosten im Thermoformen gestalten. Daher sollten Sie:
In den nächsten Abschnitten erklären wir Ihnen diese Schritte im Detail.
Ein großer Hebel zur Stückkostenreduktion ist die effiziente Nutzung des Werkzeugs. Ziel ist es, pro Takt einen möglichst hohen Ausstoß zu erreichen. Mehrfach-Nutzen-Werkzeuge sind im Thermoformen gängige Praxis und ermöglichen es, mehrere identische Bauteile gleichzeitig zu produzieren. Aber auch die Kombination unterschiedlicher Komponenten in einem Werkzeug bietet erhebliches Einsparpotenzial.

Komplexe Bauteilgeometrien, insbesondere Hinterschnitte, führen dazu, dass im Werkzeug bewegliche Elemente notwendig werden. Diese erhöhen die Tiefziehkosten und den Wartungsaufwand erheblich. Deshalb sollten Sie bereits in der Konstruktion prüfen, ob sich das Werkstück so anpassen lässt, dass diese Komplexität entfällt.
Typische Optimierungen sind:

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Wahl eines Materials, das mehr kann als eigentlich notwendig ist. Diese sogenannte „Überdimensionierung“ führt unnötig zu höheren Kosten im Thermoformen. Stattdessen sollte die Materialauswahl konsequent nach dem Bottom-Up-Prinzip erfolgen: Es wird genau das Material gewählt, das die Anforderungen exakt erfüllt.
Das sorgt für eine wirtschaftlichere Lösung bei gleicher Funktionalität.

In vielen Projekten erfolgt die Farbgebung erst nachgelagert im Prozess, wie etwa durch Kunststofflackierung. Das bedeutet einen zusätzlichen Arbeitsschritt, der Zeit und Geld kostet.
Wird stattdessen bereits eingefärbtes Halbzeug eingesetzt, kann dieser Schritt entfallen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Stückzahlen und die Lieferkette die Beschaffung zulassen.
Das Material ist einer der größten Kostenfaktoren im Thermoformen. Deshalb lohnt es sich besonders, hier anzusetzen. Durch eine clevere Konstruktion kann die Materialstärke reduziert werden, ohne die Stabilität zu gefährden. Häufig kommen dabei Verstärkungsstrukturen wie Rippen zum Einsatz.

Typische Effekte sind:
Die größten Einsparpotenziale im Tiefziehen entstehen nicht erst in der Produktion, sondern bereits in der Entwicklungs- und Konstruktionsphase. Wer frühzeitig auf eine materialeffiziente Auslegung, einfache Geometrien und eine werkzeuggerechte Konstruktion achtet, legt den Grundstein für dauerhaft niedrige Stückkosten.
Tipp: Mit unserer DfM-Analyse Software prüfen wir Ihre Daten auf Tiefziehbarkeit und ermitteln für Sie das beste Kosten-Nutzen Verhältnis.
Ein Mehrfachwerkzeug oder eine Optimierung des Werkzeugs lohnt sich besonders bei mittleren bis hohen Stückzahlen. Mit steigender Produktionsmenge verteilen sich die Investitionskosten besser, während effizientere Werkzeuge und kürzere Taktzeiten die Stückkosten deutlich reduzieren.
Das Material macht einen großen Anteil der Gesamtkosten aus. Eine optimierte Auswahl kann daher direkte Einsparungen bringen.
Das Werkstück sollte möglichst keine komplexen Geometrien oder Elemente wie Schieber und Hinterschnitte haben. Solche Eigenschaften machen das Werkzeug teurer.
Die Gesamtkosten im Tiefziehen setzen sich vor allem aus Werkzeugkosten, Materialkosten und Fertigungskosten. Dazu kommen noch Energiekosten sowie Lohnkosten. Je nach Bauteil und Stückzahl können diese Anteile unterschiedlich stark ins Gewicht fallen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zum Zusammenhang zwischen Werkzeug- und Stückkosten im Tiefziehen.