Die Werkzeugübernahme im Tiefziehen ermöglicht es, bestehende Werkzeuge weiter zu nutzen und Bauteile ohne unnötige Kosten oder Verzögerungen weiter zu produzieren. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorteile das bietet, welche Informationen dafür notwendig sind und wie formary den gesamten Prozess effizient begleitet.

Talida Eichhorn
15. Dezember 2025

Unter Werkzeugübernahme, häufig auch als Werkzeugverlagerung bezeichnet, versteht man die Übertragung eines bereits vorhandenen Tiefziehwerkzeugs zu einem neuen Produzenten, um dort ohne die Erstellung eines neuen Werkzeugs weiter zu produzieren.
Voraussetzung für eine Werkzeugübernahme durch einen neuen Tiefziehhersteller ist, dass sich das Werkzeug im Eigentum des Kunden befindet. Dies ist in der Regel der Fall, wenn das Werkzeug im Angebot als nicht anteilige Werkzeugkosten separat ausgewiesen wurde. In diesem Fall gehört das Werkzeug dem Kunden und kann von ihm jederzeit vom bisherigen Hersteller abgezogen und zu einem anderen Produzenten verlagert werden.
Das Ziel der Werkzeugübernahme: bestehende Werkzeuge effizient weiter nutzen und die Produktion ohne Unterbrechung fortsetzen.
Die Verlagerung von Tiefziehwerkzeugen ist besonders dann vorteilhaft, wenn ein vorhandenes Tiefziehwerkzeug weiterhin funktional und produktionsfähig ist. Durch die Weiterverwendung statt eines kompletten Neubaus lassen sich bestehende Tiefziehwerkzeuge weiterhin wirtschaftlich nutzen, auch wenn die Lohnproduktion beim bestehenden Lieferanten nicht mehr gewünscht ist.
Denn ist ein Werkzeug jedoch einmal erstellt, kann über eine sehr lange Lebensdauer daraus produziert werden. Bei Verwendung von Aluminium und regelmäßiger Wartung gilt das für zehntausende oder hunderttausende Produktionstakte.
Die Verlagerung bestehender Tiefziehwerkzeuge kann in der industriellen Praxis ein strategisch wichtiger Schritt sein. Beziehende Unternehmen von Kunststoff Tiefziehteilen verlagern Werkzeuge in der Regel zur Sicherung der Produktionsfähigkeit, Kostenkontrolle und Risikominimierung.
Damit ein Tiefziehwerkzeug nahtlos beim neuen Hersteller übernommen werden kann, müssen vorab alle technischen Details geklärt sein. formary prüft diese Informationen, um Kompatibilität und einen zügigen Serienstart sicherzustellen.
Folgende Fragen sollten daher im Vorfeld geklärt werden:

Fotos sind ein schneller Indikator, ob Werkzeug, Rahmen und Oberflächen intakt sind.

Diese Angaben beeinflussen Maschinenkompatibilität und Einspannmöglichkeiten.


Alle diese Elemente sind wichtig, um das Werkzeug auf dem Zielautomaten korrekt einsetzen zu können.

Das ist ein relevanter Punkt für Zykluszeiten und Wiederholgenauigkeit (siehe Blogbeitrag: Tiefziehwerkzeug für Kunststoff Tiefziehteile)
Diese Informationen erleichtern die Kompatibilitätsprüfung. formary hat beispielsweise folgende Maschinen im Portfolio:
Je nach Weiterbearbeitung werden folgende Dokumente beziehungsweise Vorrichtungen benötigt:
Damit wird sichergestellt, dass Bauteile bei der Werkzeugübernahme identisch gefertigt werden können.
Gibt es Musterteile, die Sie Sie uns zur Prüfung, zur Verfügung stellen können? formary nutzt sie für

Die folgende Checkliste zeigt nochmal auf, welche Informationen für eine schnelle und sichere Werkzeugübernahme erforderlich sind:
| Kategorie | Benötigte Informationen |
|---|---|
| CAD-Daten | 3D-/2D-Daten, Werkzeuggeometrie |
| Bilder | Detailfotos, Zustand, Vakuumpunkte |
| Abmessungen | Werkzeugmaße, Grundplatte |
| Zusatzelemente | Rahmen, Unterbau, Oberstempel |
| Maschineninfos | Bisheriger Maschinentyp |
| Nutzen | Anzahl der Formnester |
| Kühlung | Art der Werkzeugkühlung |
| Trennwerkzeuge | Fräsvorrichtung, Fräsprogramm oder Stanzwerkzeug |
| Material | Datenblatt des eingesetzten Materials |
| Musterteile | Muster zur Prüfung |
Die Werkzeugübernahme bezeichnet die Weiterverwendung eines bestehenden Tiefziehwerkzeugs bei einem neuen Hersteller, ohne dass ein neues Werkzeug gebaut werden muss.
Ein bestehendes Werkzeug wird technisch geprüft, angepasst, auf die neue Maschine abgestimmt und anschließend zur Muster- und Serienfertigung eingesetzt.
Immer dann, wenn das Werkzeug funktional ist. Sie spart Kosten, ermöglicht schnellere Produktionsstarts und sorgt dafür, dass bestehende Bauteilgeometrien unverändert weiterproduziert werden können.
In den meisten Fällen ja. Entscheidend sind Zustand, Material, Werkzeugaufbau und Maschinenkompatibilität.
In vielen Fällen ist eine Übernahme deutlich schneller als ein Neubau. Je vollständiger die Daten, desto schneller der Serienstart.
Übernahmen kommen in jeder Branchen zum Einsatz, in denen Serienprodukte über viele Jahre stabil gefertigt werden müssen. Z.B. in der Medizintechnik, Maschinenbau, Elektronik oder auch Automotive und Industrie.
Für Gehäuse, Behältnisse, Trays, Einlagen und alle Bauteile mit langen Produktlebenszyklen.
Vor allem Bauteile, die in langen Produktlebenszyklen gefertigt werden, präzise Passformen benötigen und regelmäßig nachgefertigt werden.
Eine Werkzeugverlagerung im Tiefziehen ist eine der effizientesten Möglichkeiten, bestehende Bauteile ohne Verzögerung und ohne erneute Werkzeugkosten weiter zu produzieren. Unternehmen profitieren von validierter Produktqualität und einer schnellen sowie kosteneffizienten Serienfertigung.
Mit formary erhalten Sie eine technische Prüfung innerhalb kürzester Zeit und eine sichere Integration Ihres Werkzeugs in die Produktion. Sie planen derzeit Ihr Tiefziehprojekt? Dann kontaktieren Sie uns - wir unterstützen Sie von der Idee bis hin zur Umsetzung.