Die Kosten im Kunststoff Tiefziehen sind ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit und Planung eines Projekts. Sie hängen von verschiedenen Einflüssen entlang der Prozesskette ab und verändern sich je nach Stückzahl und Anforderungen. Dieser Beitrag erklärt, wie sich die Kosten beim Kunststoff Tiefziehen zusammensetzen, wie sich diese mit steigender Stückzahl entwickeln und ab wann sich das Verfahren besonders lohnt.

Simon Andreß
23. März 2026

Bei der Herstellung von Kunststoff Tiefziehteilen wirken mehrere Kostenfaktoren zusammen. Diese bestimmen sowohl die Gesamtkosten eines Tiefziehprojekts als auch die Entwicklung der Stückkosten beim Tiefziehen mit steigender Produktionsmenge.
| Kostenfaktoren im Tiefziehen | Zusammensetzung dieser Faktoren |
|---|---|
| Werkzeugkosten | Konzeption, Design, Konstruktion der Werkzeugdaten sowie Fräsen und Herstellung des Tiefziehwerkzeugs. |
| Materialkosten | Bezugspreis des Kunststoff-Halbzeugs (z. B. Platten oder Folien) bei Materialherstellern oder -händlern |
| Fertigungskosten | Maschinenstundensatz der Tiefziehmaschine multipliziert mit der gesamten Produktionszeit. |
| Energiekosten | Stromkosten für die Maschine sowie Energie für automatisierte Arbeitsschritte und Peripheriegeräte. |
| Lohnkosten | Personalkosten für Maschinenbedienung und manuelle Arbeitsschritte |
Die Werkzeugkosten sind beim Tiefziehen eine einmalige Anfangsinvestition. Sie entstehen zu Beginn eines Projekts und fallen danach nicht mehr an. Typische Tiefziehwerkzeuge kosten je nach Größe, Komplexität und Nutzenanzahl zwischen etwa 800 € und 10.000 €. Höhere Kosten entstehen oft dann, wenn die Auslegung des Werkzeugs anspruchsvoller ist.
Einen großen Einfluss haben dabei Material, Geometrie und die Maschine, auf die das Werkzeug ausgelegt wird. Auch zusätzliche Komponenten wie Stapelstationen oder Unterbauten können den Preis spürbar erhöhen. Mit steigender Stückzahl verteilen sich diese Fixkosten auf immer mehr Bauteile, wodurch der Werkzeugkostenanteil pro Teil deutlich sinkt.

Die Stückkosten beim Tiefziehen hängen von mehreren Faktoren ab:
Im Bereich Standard-Trays, Inlays und Behältnisse bewegen sich die Stückkosten typischerweise zwischen 0,20 € und 15 € pro Stück. Bei großen Gehäuseteilen oder aufwändig nachbearbeiteten Tiefziehteilen können die Kosten deutlich darüber liegen. Der genaue Preis hängt vom jeweiligen Projekt und den Anforderungen an das Bauteil ab.
Mit zunehmender Produktionsmenge sinken die Stückkosten beim Tiefziehen. Maschinenstillstände verteilen sich auf mehr Teile und automatisierte Prozesse ermöglichen einen höheren Output pro Stunde.
Gleichzeitig verändert sich die Kostenstruktur: Während bei kleineren Serien Werkzeugkosten noch einen großen Anteil haben, verschiebt sich der Schwerpunkt bei größeren Serien zunehmend auf die Materialkosten.

Die stärkste Reduktion der Stückkosten entsteht meist beim Übergang von sehr kleinen Mengen zu kleineren Serien. Bereits der Schritt von einer Kleinstserie (<10 Teile) zu einer Kleinserie (<100 Teile) kann deutliche Kostenvorteile bringen.
Ein weiterer wirtschaftlicher Sprung entsteht häufig beim Übergang zur Mittelserie mit bis zu etwa 5.000 Teilen, da Material häufig günstiger beschafft werden kann. In großen Serien sinken die Stückkosten meist nur noch geringfügig. Hier spielen oft nur noch kleine Optimierungen eine Rolle.
Das Thermoforming hat gegenüber anderen Verfahren klare wirtschaftliche Vorteile:
Ein unterschätzter Vorteil des Tiefziehens ist die langfristige Skalierbarkeit. Sobald das Werkzeug steht, kann damit nahezu unbegrenzt produziert werden. Die anfängliche Werkzeuginvestition verliert mit jeder produzierten Einheit an Gewicht.
Dadurch sinken die Kosten pro Tiefziehteil kontinuierlich mit steigender Stückzahl. Das macht das Verfahren besonders attraktiv für Projekte, die nach einer Markteinführungsphase in größere Stückzahlen wachsen sollen.
Die meisten gängigen Tiefziehteile liegen zwischen 0,20 € und 15 € pro Stück. Der genaue Preis hängt von Material, Geometrie, Bauteilgröße und Stückzahl ab.
Eine feste Grenze gibt es nicht, da es stark vom Werkzeugpreis und den Bauteilkosten abhängt. In der Praxis amortisieren sich Werkzeuge häufig schon ab einigen tausend Teilen.
Ja. Sobald ein Werkzeug hergestellt ist, kann es in der Regel für sehr große Serien eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Produktionsmengen nahezu beliebig skalieren, wodurch die anfängliche Werkzeuginvestition immer weniger ins Gewicht fällt.
Ja, oft schon ab kleinen Serien. Da Tiefziehwerkzeuge deutlich günstiger sind als z.B. Spritzgusswerkzeuge, ist der Einstieg auch bei begrenztem Volumen wirtschaftlich sinnvoll.
Ein unkompliziertes Tiefziehprojekt kann im besten Fall in unter 6 Wochen ausgeliefert werden. Für frühe Prototypen geht es noch schneller: Werkzeuge aus dem 3D-Druck können oft schon in wenigen Tagen bereitstehen.
Tiefziehen ist ein wirtschaftlich attraktives Verfahren, besonders für Projekte, die mit kleineren Serien starten und später skalieren wollen. Die Werkzeugkosten beim Tiefziehen sind einmalig und überschaubar, und mit wachsender Stückzahl sinken die Kosten pro Bauteil spürbar.
Wer die Kosten beim Tiefziehen von Anfang an im Blick behält und die Stückzahlentwicklung mitdenkt, kann das Verfahren gezielt einsetzen und wirtschaftliche Vorteile voll ausschöpfen. Sie haben noch Fragen dazu? Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter!