Tiefziehteile in der Praxis

Trays reinigen: So funktioniert die Reinigung von Mehrwegtrays

Die Werkstückträger transportieren Bauteile in verschiedenen Fertigungsstufen und sind lange im Einsatz. Viele Bauteile, gerade in der Automobilindustrie, sind ölig oder fettig und durch den Transport kommen Schmutz und andere Kontamination hinzu. Daher ist es relevant, die Trays zu reinigen.


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Lisa-Marie Bittner

Aktualisiert am 26. Mai 2026

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Inhalte

Trays reinigen - Das Wichtigste in Kürze

  • Die Konstruktion und Materialauswahl von Kunststofftrays sollten den Reinigungsprozess von Anfang an berücksichtigen.
  • Industrielle Reinigungsverfahren setzen Trays hohen Belastungen wie Hitze, Chemikalien und Wasserdruck aus.
  • Die richtige Materialauswahl, eine robuste Konstruktion und die Einbindung von Reinigungsexperten sind entscheidend für eine lange Lebensdauer der Trays.

→ In unserem 3D Tray Generator können Sie beim Tray Ablauflöcher hinzufügen, um dieses ideal für Waschprozesse auszustatten.


Wie beeinflusst die Reinigung der Trays die Konstruktion? 

Die Reinigung benutzter Kunststofftrays und Werkstückträger kommt meist am Ende der Fertigungskette oder ist gar komplett vom Fertigungsprozess getrennt und wird von externen Dienstleistern übernommen. Trays werden meist mit Fokus auf den Fertigungsprozess, welchen sie optimieren sollen, konstruiert. 

Dennoch ist es wichtig, die Reinigung des Trays von Anfang an in der Entwicklung zu bedenken. Daher können Sie im Konfigurator Waschprozesse schon bei der Anfrage mit angeben. 

Wie wird ein Tray industriell gereinigt? 

Meist sortieren Fertigungsstandorte Trays, die gereinigt werden sollen, aus und platzieren diese an einem Sammelort, wo sie zur Werkstückträger Reinigung abgeholt werden. Die Reinigung der Trays findet anschließend entweder werksintern oder bei einem externen Dienstleister statt. Zum Einsatz kommen hierfür industrielle Waschanlagen

Trays reinigen

Der Reinigungsprozess in der Waschanlage

Die Ausführungen der Waschanlagen sind so vielseitig wie die gereinigten Artikel, Werkstückträger und Bauteile. Im vereinfachten Sinne beinhaltet der Waschprozess meist folgende Schritte:

  1. Vorsortierung
  2. Entfernung von Fremdkörpern (z.B. Etiketten)
  3. Mehrstufiger Waschvorgang nach Anforderung, z.B.:
    • Vorwaschzone
    • Ultraschall
    • Spritzen
    • Tauchentfettung
    • Injektionsflutwaschen
    • Hochdruckwasserstrahltechnik
  4. Trockenprozess

Letzteres ist gerade bei filigranen elektronischen Bauteilen wichtig, bei denen Restfeuchte schnell zu Korrosion führen kann. Nach dem professionellen Reinigungsprozess können die Mehrweg-Werkstückträger sofort wieder dem Fertigungskreislauf zugeführt werden.

Was muss das Tray beim Reinigen aushalten? 

Bei der industriellen Reinigung sind Trays besonderen Belastungen ausgesetzt. Die Wahl des richtigen Materials und die Konstruktion müssen diesen Einflüssen standhalten. Hier sind die wichtigsten Faktoren:

Einwirkungen auf das Tray beim Waschprozess
Einwirkungen auf das Tray beim Waschprozess
  • Lösemittel und Chemikalien: Diese werden zur Entfernung von Fetten, Ölen oder Lacken eingesetzt und können aggressiv auf die Tray-Oberfläche wirken.
  • Mechanischer Hochdruck: Wasserstrahlen können filigrane Konturen beschädigen.
  • Hohe Temperaturen: Trocknungsprozesse, wie sie bei der industriellen Reinigung üblich sind, setzen das Material hohen Temperaturen aus.

Welche Reinigungstechniken gibt es?

Neben Standard-Waschverfahren gibt es schonendere Techniken wie die Ultraschallreinigung.

  • Ultraschallreinigung: Bei dieser Methode wird der Werkstückträger in ein Bad getaucht, das durch Schallwellen in Schwingungen versetzt wird. Dies erzeugt winzige Bläschen, die bei ihrem Platzen die Verschmutzungen von der Oberfläche lösen. Aggressive Chemikalien können so oft vermieden werden.
  • Trocknung: Die Trocknung kann über Vakuumtechnik erfolgen. Trockenprozesse für sensible Bauteile werden über Warmluftumlaufsysteme oder berührungslose, antistatische Luftreiniger ausgeführt. Die Möglichkeiten sind vielseitig.

So übersteht Ihr Tray beim Reinigen unbeschadet viele Waschprozesse

Da wir schon viele thermogeformte Trays und Werkstückträger konstruiert haben, die für industrielle Reinigungsanlagen geeignet sind, sagen wir Ihnen, worauf es ankommt. 

1.) Die richtige Materialauswahl

Bei Mehrwegbehältern wird prinzipiell mit dickeren Materialausgangsstärken gearbeitet, um das Tray stabil für einen monate- oder jahrelangen Einsatz zu machen. 

Kunststoff Granulat

Wichtig sind Eigenschaften wie:

  • Schlagzähigkeit
  • Härte
  • Beständigkeit gegen Chemikalien und Lösemittel

Nur Kunststoffe, die mit den eingesetzten Reinigungsmitteln nicht reaktiv sind, kommen in Frage. Zwar sind hochwertige Kunststoffe zunächst teurer, sie amortisieren sich jedoch schnell durch längere Lebensdauer, Stabilität und gleichbleibende Qualität.

Formnester von Kunststofftrays

2.) Konstruktions-Must-Do’s für reinigungsfeste Trays

Die Konstruktion sollte auf die Umwelteinflüsse der Reinigung abgestimmt sein:

  • Verstärkungen an stark beanspruchten Stellen
  • keine Dünnstellen in Kavitäten
  • komplexere Werkzeugausführungen für längere Haltbarkeit

Zusätzliche Features erleichtern die Reinigung:

  • wasserabweisende Ränder
  • Ablauflöcher in Kavitäten und Formnestern

3.) Reinigungs-Dienstleister frühzeitig einbeziehen

Am effizientesten ist die Konstruktion, wenn der interne oder externe Reinigungsdienstleister von Anfang an mit einbezogen wird. Um ungewünschte chemische Reaktionen zu vermeiden kann man von zwei Seiten herangehen: 

  • Vom Reinigungsmittel ausgehend: Dienstleister nennt das geplante Mittel, formary prüft die Kunststoffkompatibilität.
  • Vom Kunststoff ausgehend: formary empfiehlt geeignete Mittel, die der Dienstleister mit seiner Anlage validiert.

So lassen sich ungewünschte Reaktionen vermeiden und das Tray optimal auf den Mehrwegeinsatz vorbereiten.

Fazit: Die Reinigung beginnt bereits bei der Tray-Konstruktion

Damit Kunststofftrays viele industrielle Waschprozesse zuverlässig überstehen, sollte die Reinigung nicht erst am Ende des Fertigungsprozesses betrachtet werden. Entscheidend ist, dass Materialauswahl, Wandstärken, Geometrie und Zusatzfeatures wie Ablauflöcher bereits in der Konstruktion auf die spätere Belastung durch Chemikalien, Temperatur, Wasserdruck und Trocknung abgestimmt werden. 

Besonders bei Mehrwegtrays zahlt sich diese frühe Planung aus: Das Tray bleibt länger stabil, die Reinigungsqualität wird verbessert und Ausfälle im Fertigungskreislauf lassen sich vermeiden.

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Häufige Fragen zur Tray Reinigung

Welche Materialien eignen sich am besten für langlebige Kunststofftrays?

Hochwertige Kunststofftrays bestehen aus Materialien mit hoher Schlagzähigkeit, ausreichender Härte und chemischer Beständigkeit. Nur Kunststoffe, die stabil gegenüber Reinigungsmitteln und den vorgesehenen Einsatzstoffen sind, garantieren eine lange Lebensdauer und gleichbleibende Qualität.

Warum ist die richtige Materialstärke für Mehrwegtrays wichtig?
Wie können Trays so konstruiert werden, dass sie leicht zu reinigen sind?
Welche Rolle spielt der Reinigungsdienstleister bei der Tray-Entwicklung?
Lohnt sich die Investition in hochwertige Kunststofftrays?

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