Tiefziehteile in der Praxis

Reinigen wie die Profis: So werden Mehrweg Werkstückträger industriell gewaschen

Mehrweg Trays aus Kunststoff werden in vielen Branchen in der Fertigung eingesetzt. Viele Bauteile, gerade in der Automobilindustrie, sind ölig oder fettig, durch den Transport kommen Schmutz und andere Kontamination hinzu. Um hohe Hygiene-Anforderungen auf Dauer zu erfüllen, müssen Trays regelmäßig gereinigt werden.


Lisa-Marie Bittner

3. Juli 2021

4 Minuten
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Mehrweg Trays aus Kunststoff werden in vielen Branchen in der Fertigung eingesetzt. Die Werkstückträger transportieren Bauteile in verschiedenen Fertigungsstufen und sind lange im Einsatz. Viele Bauteile, gerade in der Automobilindustrie, sind ölig oder fettig, durch den Transport kommen Schmutz und andere Kontamination hinzu. Um hohe Hygiene-Anforderungen auf Dauer zu erfüllen, müssen Trays regelmäßig gereinigt werden. 

Was bedeutet das für Ihren Werkstückträger?

Die Reinigung benutzter Trays kommt meist am Ende der Fertigungskette oder ist gar komplett vom Fertigungsprozess getrennt und wird von externen Dienstleistern übernommen. Trays werden meist mit Fokus auf den Fertigungsprozess, welchen sie optimieren sollen, konstruiert. Dennoch ist es wichtig eventuelle Waschprozesse von Anfang an mit in die Entwicklung zu integrieren. Daher können Sie im Formary Produktkonfigurator Waschprozesse schon mit der Anfrage mit angeben. 

Wie funktioniert ein industrieller Waschvorgang?

Meist sortieren Fertigungsstandorte verschmutze Trays aus und platzieren diese an einem Sammelort, wo sie zur Reinigung abgeholt werden. Die Reinigung findet anschließend entweder werksintern oder bei einem externen Dienstleister statt. Zum Einsatz kommen hierfür industrielle Waschanlagen. Die Ausführungen der Waschanlagen sind so vielseitig, wie die gereinigten Artikel, Trays und Bauteile. Im vereinfachten Sinne beinhaltet der Waschprozess meist folgende Schritte: 

  • Vorsortierung
  • Entfernung von Fremdkörpern (z.B. Etiketten)
  • Mehrstufiger Waschvorgang nach Anforderung, z.B.:
    • Vorwaschzone
    • Ultraschall
    • Spritzen
    • Tauchentfettung
    • Injektionsflutwaschen
    • Hochdruckwasserstrahltechnik
  • Trockenprozess

Letzteres ist gerade bei filigranen elektronischen Bauteilen wichtig, bei denen Restfeuchte schnell zu Korrosion führen kann. Nach dem professionellen Reinigungsprozess können die Mehrweg Werkstückträger sofort wieder dem Fertigungskreislauf zugeführt werden. 

Kunststoff und Tray sind bei einer industriellen Reinigung besonderen Belastungen ausgesetzt. Welche das sind schauen wir uns im nächsten Abschnitt näher an.

Bei vielen Reinigungstechniken muss das Kunststoff Tray einiges aushalten

Einwirkungen auf das Tray beim Waschprozess

Was Werkstückträger beim Waschprozess über sich ergehen lassen müssen, hängt natürlich vom Grad der Verschmutzung, der Art des Schmutzes ab und dem erforderlichen Hygienestandard ab. Für die Entfernung von Fetten, Ölen oder Lacken werden Lösemittel eingesetzt. Chemikalien die Rückstände entfernen können sich ebenfalls aggressiv auf die Oberfläche des Trays auswirken. Mechanischer Wasserhochdruck kann sich auf filigrane Konturen auswirken und Trockenprozesse setzten das Tray hohen Temperaturen aus.  

Ein schonendes Verfahren ist die Ultraschallwaschanlage. Auch bei Behältern mit hartnäckigsten Rückständen kann hier auf aggressive Reinigungschemikalien verzichtet werden. Beim Ultraschall-Reinigen wird der Werkstückträger in ein Bad gegeben, welches durch Schallwellen in Schwingungen versetzt wird. In der Flüssigkeit bildet sich so ein Über- und Unterdruck der Hohlräume und so kleine Bläschen erzeugt. Wenn die Bläschen zerbersten zieht diese Bewegung die Verschmutzungen auf der Oberfläche mit.

Die Trocknung kann über Vakuumtechnik erfolgen. Trockenprozesse für sensible Bauteile werden über Warmluftumlaufsysteme oder berührungslose, antistatische Luftreiniger ausgeführt. Die Möglichkeiten sind vielseitig.

So übersteht Ihr Tray unbeschadet viele Waschprozesse

Da wir schon viele thermogeformte Trays und Werkstückträger konstruiert haben, die für industrielle Reinigungsanlagen geeignet sind, sagen wir Ihnen, worauf es ankommt. 

1.) Die richtige Materialauswahl

Bei Mehrwegbehältern wird prinzipiell mit dickeren Materialausgangsstärken gearbeitet, um das Tray stabil für einen monate- oder jahrelangen Einsatz zu machen. Außerdem wird bei der Materialauswahl auf Eigenschaften wie Schlagzähigkeit, Härte und Beständigkeit gegen diverse Stoffe geschaut. Womit kommt das Tray in Berührung und welche Lösemittel müssen eingesetzt werden, wenn das Tray gereinigt wird? Ausschließlich Kunststoffe, welche nicht reaktiv mit den entsprechenden Stoffen sind und eine Beständigkeit aufweisen, kommen in die Selektion. 

Auf einen hochwertigen Kunststoff und dickere Materialstärken zu setzten ist zwar erst einmal teurer, die Investition amortisiert sich jedoch schnell. Ein hochwertiges Tray muss weniger oft ersetzt werden und behält gleichbleibende Stabilität und Qualität.

Der Mehrwegeinsatz macht so nicht nur ökologisch aus Umweltsicht Sinn, sondern auch aus ökonomischen Gründen.

2.) Konstruktions Must-Do’s beachten

Die Konstruktion des Trays richtet sich nach den Umwelteinflüssen, welchen es standhalten muss – auch bei der Reinigung. Trays können verstärkt werden, wo hohe mechanisch-dynamische Beanspruchung stattfindet, Dünnstellen in Kavitäten müssen ausgeschlossen werden. Komplexere Werkzeugausführungen unterstützten eine lange Einsatzdauer. 

Spezielle Features und Nachbearbeitungen unterstützen explizite Reinigungsprozesse und Handling. Trays können mit wasserabweisenden Rand ausgestattet werden. Am Boden der Kavitäten oder Nester können Löcher gefräst werden, damit Wasser einfach ablaufen kann. 

3.) Reinigungs-Dienstleister mit einbeziehen

Am effizientesten ist die Konstruktion, wenn der interne oder externe Reinigungsdienstleister von Anfang an mit einbezogen wird. Um ungewünschte chemische Reaktionen zu vermeiden kann man von zwei Seiten herangehen:

  • Eingesetztes Reinigungsmittel: Lassen Sie sich von Ihrem Dienstleister das geplante Reinigungsmittel nennen. Formary prüft anhand des Datenblatts die Kompatibilität mit dem eingesetzten Kunststoff.
  • Eingesetzter Kunststoff: Formary spricht dem Dienstleister eine Reinigungsmittelempfehlung für den eingesetzten Kunststoff aus. Dieser prüft die Kompatibilität des Mittels mit seiner Anlage.

Wenn Sie Ihr Tray mit uns entwickeln, übernimmt Formary gerne die Kommunikation. Wir wissen, dass es sich für Ihr Projekt lohnt, den Erfahrungsschatz von Kunststoff- und Reinigungsexperten kombiniert einzuholen. 

 

Richtig anfragen – schnell zum perfekten Produkt

Konstruieren Sie jetzt Ihren Werkstückträger für die Fertigung mit anschließendem Waschprozess. Im Formary Konfigurator finden Sie diese Konfiguration im Punkt „Feinschliff & Handling“ unter „Waschbarkeit“. 

Konfiguration des Waschprozesses im formary Produktkonfigurator

Bei Fragen oder Feedback schreiben Sie uns jetzt im LiveChat oder rufen Sie an: 07191 9525170 

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